erstellt von am 8, Apr 2015

Seitdem die HOAI so erweitert wurde, dass auch das Prüfen von Nachträgen, Akontoforderungen und Rechnungen eine abrechenbare Leistung geworden ist, mussten wir auf die neuen Anforderungen reagieren.

 1. Anfangsstand war, dass zu jedem Nachtrag folgende Dokumente erzeugt werden konnte:

VOB-Brief, Ankündigung notwendiger Nachträge mit Preisanpassung (Mit dieser Ankündigung sollte auf jeden Fall mit kurzfristiger            Terminstellung Klarheit geschaffen  werden, auf welcher Basis eine Preisprüfung vorgenommen werden soll.)

  1. Nachtrags-LV, eine Zusammenfassung aller Nachtragspositionen in einem Leistungsverzeichnis
  2. Dokumentation der Nachtragspositionen, eine Gegenüberstellung der Dokumentation  der Kalkulation (Urkalkulation) der beauftragten Position zur beantragten Nachtragsposition und einer Erläuterung der Berechnung des entsprechenden Nachtragsfalles
  3. Ausgleichsberechnung, einfache Gegenüberstellung der Nachtragspositionen mit Anspruch und Ausgleich auf der Basis der Umlagen bestehend aus BGK, AGK und W&G, wobei das Ergebnis der Berechnung den Nachtragspositionen zugeordnet wurde.(Eine Prüfung des Anspruches bzw. Ausgleiches ist hier mit Hilfe der Dokumentation der Nachtragspositionen möglich.)
  4. Auftragssummenverwaltung, eine Vorschau bei Genehmigung des Nachtrages auf die zu erwartende Auftragssumme
  5. EFB 223, Aufgliederung der Nachtragspositionen in Preisanteile zur Unterstützung der Übertragung ins Dokument 520 VHB

 Diese Dokumente reichen auf Grund der gemeinsamen Kooperationspflicht aus, Nachträge „dem Grunde und der Höhe nach“ während des Bauablaufes genehmigt zu bekommen.

 1.  Bisheriger Stand war, dass sich auch mehrere Nachträge einer Abrechnungsperiode in der Ausgleichsberechnung und Auftragssummenverwaltung wieder finden konnten. Um dies zu ermöglichen, musste zuerst die Ausgleichsberechnung aus dem beauftragten Dokument (Haupt-LV) aufgerufen werden, um die dazugehörigen Nachträge einzubinden. Das Ergebnis der Ausgleichsberechnung wurde in einem weiteren Nachtrag als Ausgleichsnachtrag hinterlegt, um im Nachhinein das Ergebnis leichter korrigieren zu können. Die danach sofort eingeleitete Auftragssummenverwaltung konnte damit das Ergebnis der Ausgleichberechnung in die Vorschau einfließen lassen.

 1.  Neuer Stand ist, dass ab sofort die Ausgleichsberechnung und Auftragssummenverwaltung zusätzlich auch aus zusammengezogenen Dokumenten (Haupt-LV und Nachträge), die für die Abrechnung benötigt werden, auf der Grundlage des aktuellen Aufmaßes erstellt werden können. Dies wurde durch die Positionsverwaltung ermöglicht, wo kommt die Position her und wo wird sie weiter abgerechnet, hat sie als Nachtragsposition einen Anspruch oder Ausgleich erzeugt. Eine genaue Aufgliederung und Summierung für eine genaue Nachvollziehbarkeit ist damit, bezogen auf das aktuelle Aufmaß, hinterlegt.

Dadurch ist ab sofort für alle drei Varianten eine erweiterte Auftragsummenverwaltung möglich. Die Erweiterung erfasst alle Positionen, die die beauftragte Bausumme unabhängig von den Nachtragspositionen im Haut-LV verändern.

Wird allerdings nachträglich noch eine Ausgleichsberechnung, bezogen auf das aktuelle Aufmaß gefordert, wird eine ausführliche Gegenüberstellung der Positionen mit Anspruch und Ausgleich der Umlagen aufbereitet. Dies ist notwendig, um auf eine erneute Dokumentation der Nachtragspositionen verzichten zu können.

Damit können in der Zukunft prüfende Architektur- bzw. Ingenieurbüros nicht mehr mit der Mitteilung überraschen: „Schlussrechnung nicht prüffähig, da aktuelle Ausgleichsberechnung fehlt“.

Das dafür entsprechende Gerichtsurteil wurde aktuell im „Leitfaden zur Vergütung bei Nachträgen“ Dokument 510 VHB 2008 Stand August 2014 eingearbeitet.

Mit dieser Version „SKAN-Bau“ haben wir es geschafft, der heutigen  Baustellenrealität etwas entgegen zu setzen,

Ihr SKAN-Bau Team