erstellt von am 19, Jul 2017

Die Baustelle wurde mit einer nicht beanstandeten Bauabnahme abgeschlossen. Normalerweise erwartet man nun auch gutes Geld, d.h. die gestellte Schlussrechnung sollte jetzt auch bezahlt werden. Meist kommt dann jedoch das böse Erwachen, da plötzlich die Schlussrechnung mit dem Vermerk „nicht prüffähig“ zurück gesendet wird. Man versteht die Welt nicht mehr, denn mit diesem Architekten/Ingenieurbüro arbeitet man schließlich seit Jahren zusammen und die Schlussrechnung wurde in dieser Form immer akzeptiert.

Warum mehren sich in Deutschland immer mehr solche Vorfälle?

Dies hat verschiedene Gründe, vor allem aber einen. Die Rahmenbedingungen im Bau haben sich insbesondere für die Architekten und Ingenieure stark verändert. Durch die neue HOAI sind sie von den Baukosten entkoppelt worden und ihre Projektierungsleisten werden jetzt mit einem höheren Satz honoriert. Mit der Möglichkeit, dass der Bauherr mit dem Ingenieur- bzw. Architekturbüro eine Baukostenvereinbarung abschließen kann, verengt sich der Spielraum für die Bauleitung.

Wo früher der Architekt bzw. Bauingenieur Verständnis für Nachträge hatte, welche durch Bauablaufstörungen bzw. bei Leistungsänderungen verursacht wurden, stößt man heute auf Unverständnis. Lassen sich Nachträge gar nicht vermeiden, werden sie nur „dem Grunde nach“ beauftragt. Bei mehreren Gewerken auf der Baustelle, mit entsprechenden Nachträgen, fällt es der Auftraggeber Seite nicht so leicht den Überblick über die Entwicklung der Auftragssumme zu behalten.

Man prüft Nachträge möglichst bis zur Schlussrechnung. Um diese Schlussrechnung prüfen zu können, werden dann Hürden aufgebaut, die im Normalfall nicht erfüllt werden können.

Dabei sind dann solche Forderungen keine Seltenheit:

„Sie haben die Nachträge doch ausgeführt, reichen Sie die Materialrechnungen mit einer EFB-gerechter Urkalkulation ein, wir wollen die EInheitspreise der Nachträge prüfen. Vergessen Sie bitte nicht, eine Ausgleichsabrechnung nach VOB §2 Abs.3 Nr.3 beizulegen usw.“

Dies stellt sich dann, wenn die Schlussrechnung gestellt wurde, als eine nicht erfüllbare Hürde dar. Konsequenz daraus ist, dass man Kürzungen der Schlussrechnungen hinnehmen muss. Nicht so mit „SKAN-Bau“, hier versuchen wir schon im Vorfeld, dass es gar nicht erst soweit kommt. Rechtssichere Nachträge alleine reichen heute nicht mehr aus, um Nachträge „dem Grunde und der Höhe nach“ beauftragt zu bekommen.

Um die Prüfungszeit der Nachträge zu verkürzen, sollten folgende Dokumente erzeugt werden:

  1. Ankündigungsschreiben Preisänderungen wegen Nachträgen 
  2. Rechtssicherer Nachtrag lt. Leitfaden zur Vergütung von Nachträgen
  3. Dokumentierung der eingearbeiteten Ausgleichsberechnung
  4. Dokument zum Stand der Auftragssumme zum zu genehmigenden Nachtrag

Beim Zusammenstellen der Nachträge sollte streng darauf geachtet werden, dass man IST- und SOLL-Nachträge in getrennten Dokumenten beantragt. Werden trotzdem solche unberechtigten Forderungen aufgemacht, kann SKAN-Bau Ihnen helfen und das „mit ein paar Klicks“.

Mit freundlichen Grüßen, Ihr Bernd Löwer